Konjunktur drückt auf Halbjahresgewinn der Post

Mitteilung vom 26.08.2009

Die Schweizerische Post hat im ersten Halbjahr 2009 einen Konzerngewinn von 358 Millionen Franken erwirtschaftet. Das ist 16 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Gewinnabnahme ist hauptsächlich auf gestiegene Lohnkosten und die  konjunkturbedingte Verstärkung des Mengenrückgangs bei den Briefen  zurückzuführen. Die Wirtschaftskrise hat den Beitrag der einzelnen Bereiche an das Konzernergebnis unterschiedlich beeinflusst. Aufgrund der seit 1. Juli 2009 wirksamen Preissenkungen im Briefpostbereich erwartet die Post einen zusätzlichen Druck auf den Gewinn und ein Jahresergebnis deutlich unter Vorjahr.

Von Januar bis Juni 2009 erzielte die Post einen Konzerngewinn von 358 Millionen Franken. Das sind 67 Millionen Franken oder 16 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (425 Millionen Franken). Verantwortlich für die Abnahme sind in erster Linie Ertragsminderungen aufgrund des schwierigen konjunkturellen Umfelds sowie ein durch Lohnerhöhungen und höheren Personalbestand gestiegener Personalaufwand. Daneben wirkten sich auch die tieferen Erträge aus Immobilienverkäufen spürbar auf das Ergebnis aus. Insgesamt nahm der Betriebsertrag um 101 Millionen auf 4275 Millionen Franken ab (Vorjahr: 4376 Millionen).

Unterschiedliche Auswirkungen der Krise

Die aktuelle Wirtschaftskrise wirkt sich auf die einzelnen Bereiche der Post unterschiedlich aus. So spüren vor allem die traditionellen logistischen Bereiche die negativen Aspekte der gegenwärtigen Lage, während PostFinance und PostAuto wachsen. Betrug der Mengenrückgang der adressierten Briefe aufgrund der Substitution in den vergangenen Jahren durchschnittlich rund 1,5 Prozent, lag dieser per Ende Juni 2009 bei 4,8 Prozent. Dank dem erfolgreichen Abschluss der rund zweijährigen Inbetriebnahmephase der neuen Briefzentren konnten die Laufzeiten wieder auf das frühere hohe Niveau verbessert und gleichzeitig Einsparungen erzielt werden. Das Betriebsergebnis von PostMail sank so lediglich um 7 Millionen auf 127 Millionen Franken. Bei PostLogistics sank das Ergebnis als Folge von konjunkturbedingten Einbussen und gestiegenen Kosten um 3 Millionen auf 15 Millionen Franken. Auch beim stark auf ausländische Märkte ausgerichteten Bereich Strategische Kunden und Lösungen wirkte sich die ungünstige Konjunktur negativ aus und trug massgeblich zum Ergebnisrückgang um 18 Millionen auf minus 10 Millionen Franken bei. Dank Konteneröffnungen und Mehrverkaufs von nichtpostalischen Produkten konnte der Bereich Poststellen und Verkauf den anhaltenden Rückgang bei der Schalteraufgabe von Briefen und Paketen wettmachen und den Betriebsertrag halten; dennoch nahm das Ergebnis aufgrund höherer Personalkosten um 29 Millionen auf minus 67 Millionen Franken ab. Positiv entwickelte sich PostFinance, die dank anhaltendem Neugeldzufluss das Ergebnis um 44 Millionen auf 198 Millionen Franken steigerte. PostAuto konnte mit dem Betrieb von mehreren neuen Linien und dank allgemein gestiegener Nachfrage den Betriebsertrag steigern und das Ergebnis um 11 Millionen auf 24 Millionen Franken ebenfalls verbessern. Swiss Post International konnte trotz Rezession den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr halten und erzielte ein Ergebnis von 29 Millionen Franken (Vorjahr 16 Millionen). Im Segment «Übrige» führten vor allem die tieferen Erträge aus dem Verkauf von Immobilien zu einem Ergebnisrückgang um rund 65 Millionen auf 49 Millionen Franken.

Angesichts der Mindererträge, die dem Unternehmen durch die angekündigten, seit 1. Juli wirksamen Preissenkungen bei den Briefen entstehen werden, erwartet die Post tendenziell einen steigenden Druck auf den Gewinn und ein Jahresergebnis deutlich unter jenem des Vorjahrs.

Kennzahlen Konzern Einheit Semester 2009 Semester 2008 Jahr 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 4'275 4'376 8'980
Betriebsergebnis1 Mio. CHF 365 419 812
in % des Betriebsertrages % 8,5% 9,6% 9,0%
Konzerngewinn Mio. CHF 358 425 825
Bilanzsumme Mio. CHF 82'571 62'526 71'603
Eigenkapital Mio. CHF 3'063 2'527 2'857
Investitionen2 Mio. CHF 147 180 516
Personalbestand Konzern Post (ohne Lernpersonal) Vollzeitstellen 44'537 43'309 44'178
Personalbestand Stammhaus Post (ohne Lernpersonal) Vollzeitstellen 31'114 32'803 32'919
Lernpersonal Konzern Vollzeitstellen 1'676 1'572 1'631

1 Betriebsergebnis entspricht Betriebsgewinn vor Berücksichtigung von Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
2 Investitionen in Sachanlagen, Beteiligungen und immaterielle Anlagen

Segmentinformationen 30. Juni 2009

Mio. CHF Betriebsertrag Betriebsergebnis Personalbestand3
PostMail 1'422 127 16'992
PostLogistics 726 15 5'457
Swiss Post International 522 29 1'278
Strategische Kunden und Lösungen 325 -10 6'844
Poststellen und Verkauf 660 -67 6'956
PostFinance 1'040 198 2'973
PostAuto1 314 24 1'628
Übrige2 479 49 2'409
Konsolidierung -1'213    
Konzern 4'275 365 44'537

Segmentinformationen 30. Juni 2008

Mio. CHF Betriebsertrag Betriebsergebnis Personalbestand3
PostMail 1'461 134 17'517
PostLogistics 751 18 5'240
Swiss Post International 525 16 1'264
Strategische Kunden und Lösungen 337 8 5'545
Poststellen und Verkauf 656 -38 7'004
PostFinance 1'048 154 2'854
PostAuto1 297 13 1'548
Übrige2 526 114 2'337
Konsolidierung -1'225    
Konzern 4'376 419 43'309

1 Das Segment PostAuto unterliegt dem Eisenbahngesetz. Dieses sieht vor, dass die Rechnungslegung für konzessionierte Transportunternehmen (REVO) separat verordnet ist. Zwischen REVO und IFRS bestehen Abweichungen.
2 Enthält Service- und Funktionsbereiche wie Immobilien, Informationstechnologie sowie Philatelie.
3 Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen (ohne Lernpersonal).
4 Vorjahreswerte aufgrund konzerninterner Verschiebungen angepasst

Laufzeiten Briefe (in Prozent)

Semester 2009 Semester 2008 Jahr 2008 Jahr 2007 Jahr 2006
A-Post 97.8 96.3 95.9 97.1 98
B-Post 98.1 96.4 95.9 96.7 98.3